Swingerfloskel
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Uns ist der Verfasser des Slogan "Alles kann, nichts muss" leider unbekannt. Würden wir ihn kennen lernen, wäre ein umfassendes Frage-Antwort-Spiel das Resultat. Gerne würden wir ihn fragen, was er sich dabei dachte Menschen derart oberflächlich zu motivieren, ihnen Sorglosigkeit zu implizieren und im ärgsten Fall ihre Partnerschaft aufs Spiel zu setzen. Gerne würden wir von ihm erfahren, ob er als PKW-Fahrer eine Augenbinde während der Fahrt trägt, in exotischen Ländern Brunnenwasser trinkt oder Sex mit Unbekannten ohne Kondom genießt... Ja, alles könnte hierbei passieren - müsste aber nicht… |
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Diese durchaus sehr gefährliche Floskel umschreibt alles als möglich, alles vorstellbar und denkbar machend. Aber: vollkommen global, pauschal und in den seltensten Fällen zutreffend. Die Frage lautet somit: Wie sollte eine wunderbare Erfahrung zustande kommen, wenn wir über unser Gegenüber nicht informiert sind? Die Erfahrung bestätigt, dass Lust, Prickel und das Einfühlungsvermögen mit jedem Treffen nach einem ersten Date ansteigt. Jedoch können wir aus Erfahrung ebenso erklären, dass dies auch bereits bei einem ersten Treffen durchaus möglich ist. Warum? Je konkreter, klarer und tiefgehender der Sprachschatz von Beginn an verwendet wird - desto intensiver und schöner das Resultat. |
Wer der Auffassung ist, er müsse bei der Kontaktaufnahme und dem folgenden Dialog eine bisher mangelnde Erfahrung hinter gleicher Aussage verstecken - hat übersehen, dass er denken kann, Emotionen verspürt und einen Partner hat, der ebenso in der Lage ist zu erklären was er mag - und was nicht.
Wer überhaupt nicht weiß was er will, wer seine Gedanken und Empfindungen bei entsprechender Vorstellungskraft nicht kennt ... und nicht bewusst darüber ist, welche Bilder er vor Augen hat - sollte zunächst davon absehen, in diese umfassende Welt einzutauchen.
| Es gibt sicher nichts Unerotischeres, Unpassenderes und Störenderes als den Moment, wenn Repräsentanten einer „Alles kann-nichts muss“-Fraktion erkennen, dass einiges nicht nach Ihren Vorstellungen läuft. Und inmitten eines prickelnden Vierermoments mit Diskussionen - bishin zu Streitereien - beginnen. Jedem sollte unmissverständlich klar sein, dass eine aus "Alles kann, nichts muss" resultierende Ablehnung und Reaktion, meist eine irreparable Störung der Harmonie und des Gleichgewichts der Situation entstehen lässt. Wunderbare Erfahrung. Selbstverständlich ist ein Abend weder Konzeptplanung noch Uhrwerk. Trotzdem ist es mit minimalem Aufwand durch klaren und eingehenden Dialog im Vorfeld durchaus und einfach möglich, spätere Disharmonien von Beginn an auszuschließen. |
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Gerne möchten wir zu dem Thema zitieren, die Erlaubnis liegt vor:
Treffen wir auf Menschen, welche gem. dieses Slogan leben, denken und agieren, erhalten wir nach kurzer und eingehender Fragestellung nahezu immer als Antwort:
".. so ist es ja nicht gemeint..." und
".. so haben wir es noch nicht betrachtet..."
So fragen wir an der Stelle: Wie ist es dann gemeint?
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Der Mensch, vornehmlich mit der berühmten deutschen Mentalität, besitzt für jedes noch so unsinnige Eckchen des „Wenn und aber“ eine DIN / NORM und benötigt umfassende Vorgaben, selbst für den letzten Winkel des Lebens in Buchstärke. Wie kommt es dann, dass in den Bereichen die wahrlich wichtig sind - eine Partnerschaft - klare Worte, Tiefgang und Abstimmung unter Erwachsenen mit "Alles kann, nichts muss" abgetan wird? Wäre es nicht weitaus logischer und unbeschwerter, minimale Zeit, eigene Gedanken und Vorstellungen in einen Dialog einzubringen, um das nachträgliche "wenn, aber, hätte" zu vermeiden? Wir erkennen in dieser Floskel in keiner Weise den "offiziellen Swingerslogan". |




